Search by Tags
Please reload

© 2018 by marve

TriFun Pellworm - Ein Jedermann für Jedermann

July 10, 2017

Irgendwann im Frühjahr nach dem Hamburg Marathon war es an der Zeit, endlich Triathlon auszuprobieren. Das Schwimmen im Bosphorus war super, der Marathon lief auch gut und das Einsteiger-Rennrad hatte ich günstig bei ebay geschossen. Also nicht lange fackeln, sondern machen. Kurzentschlossen wollte ich mich bei einem Wettkampf anmelden, um ein Ziel vor Augen zu haben. BÄM ...der Hamburg Wasser World Triathlon 2017. Liegt quasi vor der Tür und die Olympische Distanz ist auch überschaubar. Bevor allerdings diese große Nummer stattfinden konnte, wollte ich mir noch einen "Probeschuss" gönnen. And the Winner is: der 13. TRIFUN PELLWORM. Die Nordseeinseln sind sowieso immer einen Besuch wert, also los.

Die Anreise nach Pellworm ist easy. Wir sind mit dem Auto von HH nach Nordstrand gefahren, wo wir ein Date mit Tina hatten. Besser gesagt mit Tinas Fahrradverleih. Denn nicht nur ich, sondern auch Frauke wollte am Triathlon teilnehmen. Während ich mein Rennrad aus dem Kofferraum kramte, bekam Frauke ihr Damenrad von Tina mit den Worten: "Ach da schmiere ich Ihnen noch schnell die Kette, damit es auch ordentlich flutscht beim Wettkampf.". Während das Auto beim Fahrradverleih blieb, sind wir mit unseren Bikes zum Fähranleger geradelt und haben nach Pellworm übergesetzt. Auf der Fähre war schon alles voller Triathleten und teurer Räder ... das große Abchecken der Konkurrenz konnte beginnen.

 

Am Anleger auf Pellworm spuckte die Fähre die bunte Karavane aus und Fahrräder im Wert von mehreren zigtausend Euro rollten die etwa 1km lange Mole entlang in Richtung Ostersiel zum Pellwormer Hafen, dem altehrwürdigen Austragungsort des TriFun Pellworm. Wir radelten mit dem bunten Strom und erreichen nach etwa 10min den Hafen...wunderschön sag ich euch...wunderschön. Da das hier mein erster Triathlon war, habe ich keine Vergleiche, aber wenn alle Veranstaltungen diesen Charme haben, wird es schwer, je wieder ein Wochenende ohne Triathlon zu verbringen. Alle schienen sich irgendwie zu kennen. Alte Bekannte grüßten sich mit Vornamen und Kinder-Triathleten rennen aufgeregt umher. Wir taten erstmal so, als ob das auch für uns alles ganz normal ist und stellten uns total cool in die Schlange am Meldehäuschen. Da bekamen wir unsere Sartnummern dreimal: als normale Startnummer, als Aufkleber und mit Edding auf die Hand gekritzelt. Hä? Na wird schon richtig sein. Lächeln. Danke. Weitergehen.

OK, was nun? Erster Schritt: Wechselbereich aufsuchen. Wo gehts rein in diesen Bereich, wo gehts raus und wo haben wir strategisch die beste Position? Wir haben beide keinen Plan und suchen uns ein sonniges Fleckchen am Rand. Ich hing mein Fahrrad wie ein alter Profi mit der Sattelnase an die dafür aufgebauten Ständer. Frauke stellte ihr Rad ab wie vor Edeka. Neben uns bammeln Rennmaschienen von LIV und SPECIALIZED locker im Wind. Wenn die noch leichter wären, würden sie wahrscheinlich wegfliegen. Bevor wir unsere Höllenmaschienen gleich für das Rennen vorbereiten, checkten wir das Areal. Der Schwimmstart liegt idylisch und windgeschützt zwischen den Kaimauern des Pellwormer Hafen. Links und rechts dekorieren ein paar Kutter die Szenerie. Wir folgten mit unserem Blick der Bojenkette, umkreisten gedanklich die Wendeboje und entdeckten den Ausstieg etwa 100m entfernt. Von dort würden wir also später zu unseren Fahrrädern hasten und dann auf der anderen Seite des Wechselbereiches nach Norden davonbrettern. Ok easy. Nachm Radfahren den gleichen Weg zurück, Fahrrad abstellen und noch ein letztes Mal raus aus dem Hafen, diesmal Richtung Süden über die Mole bis zum Fähranleger und zurück. Ok auch easy. Na dann.

 

Zweiter Schritt: Material vorbereiten. Wie in der Schule gucken wir einfach rechts und links, was die anderen Teilnehmer machen. Das Rad hängt griffbereit. Die Startnummer baumelt zusammen mit dem Helm am Fahrradlenker. Davor auf dem Boden ein Handtuch mit ein Paar Rad- und ein Paar Laufschuhen, Sportsöckchen und ein paar Gels. Frauke hatte sogar eines ihrer Gels fachmännisch mit Klebeband am Lenker festgeklebt, so dass sie später direkten Zugriff auf ihre Triathlonnahrung hat, ohne wichtige Sekundenbruchteile zu verlieren, die im Rennen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ab diesem Augenblick hatte uns das Triathlon-feeling endgültig gepackt. Jetzt blieb nur noch die Frage: Bei 19° C Wassertemperatur Neopren oder nicht? Einerseits reden wir hier von der Nordsee, andererseits von einem seichten Hafenbecken und lediglich 500m Schwimmstrecke. Und außerdem hatten eh nur ein paar Leute einen Neo an. Für Frauke war dieses Thema klar. "Ich schwimm ohne!", verkündet sie lautstark und die umstehenden Profis nickten anerkennend. Sie lächelte zufrieden. Ich auch. Denn sie besitzt gar keinen Neo. Aufgrund dieser Tatsache war Frauke dann am Ende auch eine von lediglich 5 Startern die tatsächlich ohne Neopren geschwommen sind. Wie durch Zauberhand hatten nämlich 10min vor dem Start doch auf einmal alle anderen ihre Neos an. So gerne ich auch aus Solidarität mit Frauke mitgefrohren hätte, entschied ich mich dann doch, meine Pelle anzulegen. Nicht zuletzt auch wegen des Übungs-Effektes, denn eine Woche später in Hamburg würde ich auf jeden Fall mit Neopren schwimmen und zum Üben waren wir schließlich hier.

Quer durchs Hafenbecken treiben nun die Sportler im Wasser und warten auf den befreienden Startschuss. Die Stimmung war bestens. PENG...ab gings. Vom  Schwimmen weiß ich nur noch, dass ich dachte ich liege echt gut im Rennen ABER das kam mir nur so vor, weil ich etwas zu weit links geschwommen bin, während das Hauptfeld rechts von mir schnurgrade auf die Wendeboje zu kraulte. Egal. Wusste ich ja nicht! Im Wechselbereich griffen dann trotz Triathlonpremiere die eingeübten Mechanismen...der Neo ist schon halb runtergepellt als ich am Rad ankomme. Helm, Sonnenbrille, Startnummer, Schuhe, Gel... zack, weiter. Beim Radeln gab ich alles. Jeder der mich überholen wollte, hat 10 Sekunden Dampf geschenkt bekommen. Radfahren ist sicher meine schwächste Disziplin, aber ich wollte mich nicht kampflos wegnaschen lassen. Wer will nochmal? ... Ach da war schon der nächste vorbei. Na warte Freundchen, bis wir laufen. Und dann endlich durfte ich laufen. Rad weg, Helm weg, Schuhe an und los. Frei sein...wie Frodeno... schnell und mit langen Schritten. Aber ich bin nicht Frodeno und darum bekam ich auch gleich nach 500m einen feinen Krampf in der rechten Wade. Aber im Wettkampfmodus lässt sich viel ertragen. Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen und Boss bleiben über die verdammten Beine. Ich drossele mein Tempo ein wenig aber blieb mental im Rennen. Am Ende waren die 5km nach soliden 19:17min erledigt und ich war total zufrieden. Um mich auszulaufen, rannte ich Frauke entgegen, die grade auf die Laufstrecke startete, als ich ins Ziel gerannt kam. Auch Sie liebt das Laufen, konnte auf den 5km noch einige Platzierungen gut machen und kam glücklich ins Ziel bei diesem, ihrem ersten Triathlon. Ohne Neo, mit Damenrad und jeder Menge Bock auf Bewegung. Eine wahre Jedermann-Athletin. Team Druck&Dampf kann stolz sein :)

Fazit: Ohne langes Gelaber möchten wir behaupten, dass der Trifun auf Pellworm ein wahres Volks-Triathlon Erlebnis ist. Die Stimmung, die Orga, die Strecke, der Charme, die Insel, die Leute...hier stimmt alles! Egal ob trainiert oder nur motiviert, auf Pellworm kannst du dich austoben und genießen. Ein kleiner Geheimtip ist auch die Siegerehrung...die muss du einfach erlebt haben :) Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Team Druck&Dampf die Fähre nach Pellworm betritt. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung und sagen Danke an das Orga-Team. Ahoi

 

 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

vom Rookie zum Veteran an einem Tag

June 4, 2018

Auf schmalen Brettern durch den Schnee

January 29, 2018

1/8
Please reload