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Lauf in die Tropen

November 24, 2017

Krausnick/Berlin - Es ist November. Der schönste Monat im Jahr, wenn man auf kalt, nass und windig steht. Outdoor-Sport macht bei diesem Wetter nicht immer nur Spaß. Besser also, ich arrangiere mir die Belohnung für einen solchen Lauf einfach schon vorher.

 

Beim „Lauf in die Tropen“ vom SC Tegeler Forst Berlin ist das ganz einfach möglich: mit der Anmeldung für den Lauf erhält man gleichzeitig den Eintritt für Tropical Islands. Strände, warmes Wasser und vieles mehr unter einem Dach. Südsee-Flair südlich von Berlin.

Am Tag des Wettkampfs zeigte sich der November dann in seiner vollen Pracht: Wind und Regen natürlich. Die Startunterlagen für meinen 12km-Lauf holte ich direkt in der Halle ab, was an sich schon eine Herausforderung war, denn neben den 25 Grad Temperaturunterschied zwängten sich auch noch tausende Gleichgesinnte an die Anmeldung. Genau aus diesem Grund verspätete sich auch der Start. Als die Sprecher durchsagten, das wir erst 15 Minuten später starten würden, wurde ich so richtig nervös. Ganz abergläubisch sind Frühstück, Getränke und Snack bei mir genau auf den Start getimed. Aber es hilft ja nix. Blick nach vorne und Attacke. Wird schon klappen.

 

Kurz vor dem Countdown schlängelte ich mich fix in die dritte Startreihe. Der Startschuss fiel und ich lief los – wie üblich Vollsprint (es langsam angehen lassen ist nicht so mein Ding). Die 4km-Runde führte einmal über das Gelände von Tropical Islands und war also für mich drei Mal zu durchlaufen. Nach knapp zwei Kilometern führte die Strecke über eine ehemalige Landebahn zurück in Richtung Halle. Und schlagartig erinnerte ich mich wieder an die aktuelle Jahreszeit November! Wind! 30km/h plus Böen! Direkt von vorn! Aber ich erinnerte mich auch an den Tipp von Erik (dem Langen): „Geh in den Windschatten und lass die großen Jungs im Wind vor dir ackern.“ Ganz im Sinne dieses Tipps blieb ich also versteckt hinter einer kleinen Gruppe großer Männern und überholte diese erst, als die Strecke aus dem Wind abbog.

 

Am Eingang zur zweiten Runde setzte ich dann zum nächsten Überholmanöver an, der Typ ließ das aber nicht so einfach mit sich machen. So liefen wir erstmal ein Weilchen nebeneinander her. Als die Strecke wieder auf die Windgerade bog, ließ ich mich erst einmal hinter meinen neuen Laufkumpanen fallen. Doch den schien das gar nicht zu stören, im Gegenteil: er achtete darauf, dass ich immer gut hinter ihm bleiben konnte, das er nicht zu schnell und nicht zu langsam lief und zeigte mir sogar Unebenheiten im Boden an. Ich hatte wohl einen Zufalls-Pacer gefunden und unmittelbar vor der letzten Runde verständigten wir uns kurz, dass wir zusammenarbeiten und uns für den letzten Abschnitt gegenseitig Druck machen wollen.

Er feuerte mich an: „Du bist zweite Frau! Wir ziehen das jetzt durch!“. Auf dem windstilleren Teil der Strecke wollte ich etwas zurückgeben, versuchte die Tempoarbeit zu übernehmen und wir flogen über den Asphalt. Ein letztes Mal noch durch den Wind quälen und hinein in die Zielgerade. Auf den letzten Metern sprinteten wir gemeinsam ins Ziel, wo ich als zweitschnellste Frau ankam! Dort stellte sich dann auch schnell raus, warum er so genau wusste, dass ich zweite Frau bin: Seine Freundin (Maja Seidel – Team Salming) hatte gewonnen ;-)

 

Die Belohnung in Form von 30 Grad, Frozen Yogurt, Wasserrutschen, Badespaß und  Siegerehrung genoss ich voll und ganz. Der November hat sich für mich an diesem Tag also trotz Regen und Wind von seiner schönsten Seite gezeigt. Nicht nur der zweite Platz sondern auch die Zusammenarbeit und das Verständnis zwischen den Sportlern haben mich sehr glücklich gemacht. Nächstes Jahr vielleicht mit noch mehr Druck&Dampf :)

 

 

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