Das EM-Triple

July 30, 2017

Divonne/Frankreich - In diesem Jahr fanden die Drachenboot Club-Europameisterschaften in Divonne/Frankreich statt und Druck&Dampf entsendet seine kräftigsten Viecher Max, Sven und Bizeps-Basti als Verstärkung für die Thunderdragons auf diese abenteuerliche Reise. Das Team Thunderdragons hatte sich durch Siege bei den deutschen Meisterschaften für den großen Knall am nahe gelegenen Genfer See qualifiziert und nun war es soweit. Showtime. Aber zuerst peitschten wir mit Svens Raketen-Mazda (der uns zeigte, was Eile heißt) in den Schwarzwald zum Trainingslager am Titisee. Dort sollte uns in den kommenden 3 Tagen nochmal der Feinschliff verpasst werden. Da sich das Team nur zu Wettkämpfen trifft und die Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet stammen, waren diese wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten besonders wichtig. Das Hotel und die Versorgung waren super und als kleine Nebenbeschäftigung wurden die Pausen und Nächte zwischen den Trainingseinheiten für ein paar Wanderungen genutzt. Denn nicht nur die EM sollte diese Woche eine Herausforderung werden, sondern auch eine Schrittchallenge mit dem restlichen Team Druck und Dampf.

Aber bleiben wir beim Paddeln. Schon nach den ersten zwei Trainingseinheiten am Titisee, welche der Wettergott zu unserem Missfallen mit viel Wasser von oben und unten gestaltete, deutete sich an, dass das Boot mit den 20 erfahrenen Sportlern schnell ist. Verdammt schnell. Mit einem guten Gefühl in den Armen und den super absolvierten Trainingseinheiten im Gepäck ging die Reise weiter Richtung Frankreich. Dank der Kontakte vom Coach wurde allerdings noch ein kleiner Stopp bei der badischen Staatsbrauerei Rothaus eingelegt. Dort wurden die Energiespeicher der Athleten mit isotonischen Getränken vom Sponsor aufgefüllt. Jetzt konnte die EM also beginnen und es ging rein in den berühmten gedanklichen Tunnel.

Das Wetter stellte sich gleich zu Beginn auf unsere Seite und die drei Regentage des Trainingslagers wurden durch drei hochsommerliche Wettkampftage in Frankreich abgelöst. Die erste Distanz war der "lange Kanten" - die 2000m. Die Anspannung stieg bei den Sportlern an. Es machte sich die gleiche Aufregung breit, wie es schon bei hunderten Wettkämpfen vorher war. Jeder von uns stellte sich die zermürbenden Fragen: Wie stark sind die anderen Teams ? Fahren wir vorne mit? Schließlich war das hier eine EM und die Konkurrenz bestand aus starken Gegnern, welche wir zum Teil auch schon aus der Vergangenheit kannten und um ihre Stärken wussten. Einzig beruhigend, die Thunders sind auf der 2000m Strecke seit 7 Jahren in Deutschland ungeschlagen. Das "Langstreckenmonster" nannten sie uns und dieser Titel war hart aber zu Recht über die Jahre erarbeitet.

Auch an diesem Tag war das Monster hungrig. In einem sehr harten und vor allem äußerst knappen Rennen holten wir uns mit einer starken Teamleistung den ersten Titel der EM und konnten die Konkurrenz plätten. Der Jubel kannte keine Grenzen und Dank des bereits genannten Sponsors konnte der Sieg gleich gebührend begossen werden. Nichts destotrotz hieß es Spannung halten, denn am nächsten Tag ging es für das „Langstreckenmonster“ auf der ungeliebten Sprintdistanz weiter. Von der 2000 wurde eine Null weggestrichen und schon waren die Karten neu gemischt. Doch vor allem hier auf der 200m Strecke sollten sich unsere, im individuellen Krafttraining brachial trainierten Oberarme auszahlen. Es kam wie es kommen musste. Dank raketenartiger Starts konnten wir uns in den zwei Zeitläufen wieder vom Feld distanzieren. Bei vielen aus unserem Team kam Enttäuschung auf, denn mit dem Medaillensatz aus Bronze, Silber und Gold sollte es nun nichts mehr werden. Der zweite EM-Titel machte aus dem Langstreckenmonster auf einmal auch ein Kurzstreckenmonster.

Am letzten Wettkampftag hieß es nun "Hebel auf'n Tisch" und es gab nur noch ein Gas….Vollgas für das Triple. Die Anspannung, die noch am ersten Tag greifbar zu sein schien, war wie weggeblasen. Jetzt stand die 500m-Strecke auf dem Plan und wir wussten, dass wir auf dieser Distanz den harten Hammer schwingen müssen. Eine Strecke zum Fighten, eine Strecke zum Auskotzen und eine Strecke zum Ballern und wir hatten immer noch Bock auf Ballern. Wir zogen also aufs Wasser hinaus um den anderen Teams das Fürchten zu lehren. Schon im ersten Rennen fuhren wir allen davon. Die Thunder Dragons waren wie entfesselt. Im finalen Zeitlauf hinterließen wir letztendlich eine dampfende Schneise hinter uns im Wasser. Obgleich wir die ungeliebte Außenbahn hatten, auf der schon den ganzen Tag der Wind stand, brachen wir mit einem Atomstart los und knallten mit allem was wir hatten ungebremst bis ins Ziel durch. Der Präsidentin des deutschen

Drachenbootverbandes blieb im Anschluss nichts anderes übrig, als uns den dritten EM-Titel um den Hals zu hängen. Danach kümmerten wir uns dann wieder selbst um unsere Hälse und gossen ordentlich hinein, um das Triple zu feiern.

Uns ist etwas gelungen, mit dem vorher wirklich niemand gerechnet hätte. Trotz kaum gemeinsamer Trainings griffen an den Tagen des Wettkampfes alle Zahnräder ineinander. Es hat sich mal wieder bewahrheitet, Erfahrung macht das Boot schnell und Regen macht den See glatt. Was für ein unglaubliches Gefühl, wenn das eigene Hobby auf einmal solche Früchte trägt. Es war ein geiles Ereignis mit vielen Freunden, Sportlern und alten Bekannten aus aller Herren Länder aber vor allem mit viel Druck und Dampf.

 

 

 

 

 

 

 

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