Feuer in die Augen – disqualifiziert wegen zu gut!

June 16, 2017

Hannover - Nach 4 Jahren Abstinenz der Fool Fighters auf der Drachenbootbühne sollte es zu einer feuchtfröhlichen Wiedervereinigung kommen. Was bietet sich da besser an, als das Drachenbootfestival in Hannover. Mit über 140 Teams, die an einem Wochenende über den Maschsee preschen, eines der größten Drachenboot-Events in Deutschland.

 

Bereits am Freitag war die Anreise der ehemaligen Tiere angesetzt. Und sie reisten aus der ganzen Nation an – sei es Aachen, Berlin, Hamburg, Bonn, Leipzig oder natürlich Prenzlau. Nach den ersten Kaltgetränken zur Feier des Tages gab es dann doch noch die teilweise gefürchtete, ernsthafte Ansprache des Langen (Team-Captain). Denn in dieser wurde klar, dass es am Wochenende auch um Sport gehen sollte (also zumindest für ein paar von uns). Anschließend wurde der erste Sieg des Wochenendes, nämlich des Mondes über die Sonne, bis 3 Uhr morgens begossen.

 

Am nächsten Morgen wälzten sich die designierten Maschinen aus dem Bett und an die Strecke und bezogen dort ihr Teamzelt – die Bleibe für die nächsten 2 Tage. Kurz darauf folgte das erste Rennen, die erste Besprechung und dann hieß es Fokus. Oder auch besser ausgedrückt: „Jetzt Feuer in die Augen“ oder „Wach sein“, waren die bekannten Parolen über das gesamte Wochenende. Nachdem Luc, der ernannte Fitnesstrainer des Teams, die eingerosteten Arme der schläfrigen Paddler aufgewärmt hatte ging es ab ins Boot. Mit Erstaunen stellten alle fest, dass es sich mit dem Paddeln wie mit dem guten alten Fahrradfahren verhielt. Die alten Mechanismen griffen sofort, jeder kannte die Bewegungen seines Vordermanns und das altbekannte Wassergefühl bahnte sich Reihe um Reihe seinen Weg durch das gesamte Boot - 30 kraftvolle und ran an den Start.

 

Nach dem Mantra „Attention, GO!“, das jeder Drachenbootsportler nur allzu gut kennt, wurde der Hund namens Fool Fighters von der Kette gelassen. Bereits 66 Sekunden später waren wir im Ziel und hatten völlig überraschend die drittbeste Zeit des Tages – und zwar aller Boote. Die Euphorie hielt sich über den gesamten Nachmittag und um die Körper nach der 4-stündigen Pause wieder zu aktivieren, wurde mal eben das Teambuilding mit „Chuck the Chicken“ angekurbelt. Nach viel Schweiß und Spaß ging es zur 2. Besprechung, denn das zweite Rennen stand an. Oder etwa doch nicht?

 

Wir erfuhren vom Langen, dass wir von der Rennleitung disqualifiziert wurden. Wir waren anscheinen für die gemeldete Klasse (Fun-Sport) zu gut und nach 4-stündiger Besprechung der Organisatoren wurden wir zu dem Zeitpunkt disqualifiziert, als die höhere Klasse bereits die finalen Plätze unter sich auspaddelten. So mussten wir die Rolle der Zuschauer einnehmen. Naja sei es drum, nun konnten wir unserer anderen großen Stärke nachgehen – Vollgas am Hahn! Nach einem gemeinsamen „Stelldichein“ im Innenhof des Hostels, wo jegliche Ballerrman-Hits nicht fehlen durften, sollte die Drachenbootparty aufgemischt werden. Dort angekommen erwartete uns nur gähnende Leere. Nach kurzem Murren über die fehlende Stimmung, entschieden wir uns unsere eigene Party zu machen und fanden schließlich unseren Körper um 3 Uhr im Bett wieder.

 

Aufgrund der Disqualifikation mussten wir am nächsten Tag in einer höheren Klasse ran und das hieß 500m. Nach dem Motto „bisschen Schwund ist immer“ quälten wir uns durch diese ungeliebte Strecke und kamen schließlich in die zweitbeste Klasse (Breitensport). Um die Spannung hoch zu halten wurde der Football in der Sonne hin- und hergeworfen, sich zum Kampf um das A-Finale zurechtgemacht und schlussendlich das Rennen gefahren. Leider merkten wir, dass die 500m für unsere untrainierten Leiber 300m zu viel waren. So reichte es für uns nur zum B-Finale über diese Distanz. Anschließend war es schwierig in diesem B-Finale die erforderlichen Körner an Motivation zu finden und so wurde es am Ende des Tages ein guter 11. Platz. Nach 4 Jahren ohne jegliches Training ein mehr als passables Ergebnis über den unliebsamen 500m-Kanten.

 

Einige von uns verabschiedeten sich dann am Sonntagnachmittag in den wohlverdienten Pfingstmontag. Der Rest versuchte sich an einer dritten, feuchtfröhlichen Nacht und hielt zumindest in dieser Hinsicht den Ruf der Fool Fighters hoch. Die Party am Sonntag war um Längen besser und mündete in ausgelassenen Tanzmoves. Das letzte Tanzbein fand daher schließlich um 4 Uhr seinen verdienten Feierabend und schließlich auch das Bett.

 

Rückblickend ist zu sagen, dass der temporäre Zusammenschluss der Fool Fighters eine glorreiche Idee war, die trotz einiger sportlicher Rückschläge die vorbildliche Stimmung und den Teamgedanken aber nie trüben konnte. Insgesamt ist also das Ergebnis des gesamten Wochenendes eindeutig mit Spaß zu werten. Und deshalb freuen sich schon viele auf ein Rückspiel auf noch unbekanntem Terrain.

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