Haspa Marathon 2017 - auf Mutters Spuren

April 23, 2017

Hamburg - Endlich ist es soweit...Race Day...der Marathon "vor der eigenen Haustür" startet um 9Uhr und für mich beginnt der Tag um 5:45Uhr im Arena Hostel in Hamburg-Eidelstedt. Wieso im Hostel? Obwohl unsere Bude zentral in Hamburg liegt und meine Eltern mit Moritz zu Besuch sind, penne ich mit Kumpel Sven in diesem Hostel, weil wir einen Tag zuvor noch den Sport-Workshop mit einigen Jugendlichen vom Transferprogramm endlich erwachsen betreut haben und die Bande erst heute abreist. Hintergrundinfos zu endlich erwachsen gibts hier.

 

Aber egal...was sind schon 30min weniger Schlaf am Marathon-Tag. Gibt eh genug zu erledigen. Aufstehen, Klo checken, das sorgfälltig bereitgelegte Outfit anlegen und das vorbereitete Frühstück futtern. Immer mit dem mulmigen Gefühl im Bauch, bloß nicht zu wenig oder zu viel zu essen. Nicht, dass ab Kilometer 20 die Tankleuchte angeht oder gar der Bolzen drückt :) Nach der Routine, wird es dann ernst: Rucksack nochmal checken, Laufschuhe anziehen und eine Rolle Klopapier für die Dixies im Start-Bereich einpacken (Danke nochmal ans Arena Hostel). Draußen vor der Tür ertappe ich mich, wie mein Blick kritisch den Himmel mustert. Da sich das Wetter jedoch brav an die Vorgaben der Wetter-App hält, laufe ich vergnügt los zur S-Bahn, die sich dagegen ganz und gar nicht an den geplanten Ablauf hällt. Irgendetwas mit Weichenstörungs-Gedöns...aaargh. Am Bahnhofsvorplatz balgen sich 30 Pendler um ein Taxi und ich verbünde mich mit Heini aus Finnland, um den Taxifahrer davon zu überzeugen, dass wir in die Innenstadt müssen. Die Pendler lassen ab und wir düsen los. Freude bei Heini und mir. "Na mal sehen, ob wir überhaupt bis zum Messegelände kommen", dämpft der Taxifahrer erstmal die Stimmung. "Vieles ist nämlich gesperrt.". Unterwegs stehen überall Läufer an Bushaltestellen, weil die S-Bahn nicht fährt und studieren panisch die Fahrpläne. Das kann einem schon den Morgen vermiesen. Als ob so ein Marathon nicht schon aufregend genug wäre. Entspannte 15min später hält unser Taxi dann aber doch direkt bei den Messehallen und Heini freut sich, dass sie nun soagr früher da ist, als ihre Kumpels mit der Bahn :)

 

8Uhr. Die S-Bahn aus Altona fährt anscheindend planmäßig, denn meine Mutter ist inzwischen schon an Tor 6 des Messegeländes eingetroffen und erwartet mich bereits. Moin, Bussibussi und ab gehts an die letzten Vorbereitungen... Startnummer anbringen, Verpflegung verstauen und den letzten Feinschliff am Outfit vornehmen. Der Wind bläst leicht frisch aber das Wetter spielt mit. Nachdem wir den Rucksack abgegeben haben, mache ich mir mit meiner Klopapierrolle viele neue Freunde in der Schlange vor dem Dixie. Anschließend wünschen wir uns gutes Gelingen und drängeln uns in unsere Startblöcke. Ich darf aus B starten. Mami drängt sich ein Stückchen weiter in Richtung Startblock D. Es ist 8:47Uhr. Gleich gehts los.

 

 

8:58Uhr. Da ich mich am Rande des Block-Getümmels einsortiert habe, fliegen mir kurz vor dem Start noch ein paar leere Pfandflaschen und Pullover um die Ohren, derer sich einige (viele) Läuferkollegen jetzt noch schnell entledigen. Ein Kleidungsstück trifft mich sogar am Kopf. Ich muss lachen. Alle Anspannung ist irgendwie wie weggeblasen und ich freue mich auf den Startschuss, ja ich sehne ihn regelrecht herbei. Jetzt darf es losgehen. Peng. Es geht los.

 

Wer schon mal einen Marathon gelaufen ist, der weiß, dass man sich schwer der anfänglichen Euphorie entziehen kann. Die Masse reißt mich mit sich und die Zuschauer jubeln, als befinden wir uns schon auf der Zielgraden. Ich komme langsam in Schwung und es fühlt sich schon fast ein bisschen zu schnell an. Ein Blick auf die Uhr bringt die nötige Ernüchterung...noch 42km. Ich mache ruhig und halte mich brav an meine selbstgesteckte Pace-Vorgabe...immer schön zwischen 4:35-4:45 bleiben. Nach etwa 2km wundere ich mich über den Laufstil der Dame vor mir...es fühlt sich an, als wirft sie mir mit jedem Schritt das Pfützenwasser  der Straße ins Gesicht. Komischerweise ändert sich das auch nicht, als ich ihren Windschatten verlasse. Wo kommt nur das Wasser her? Und dann bekomme ich die Antwort auf meine Frage direkt und schonungslos frei Haus geliefert. Es beginnt ein Hagelschauer, der sich und vor allem alle Läufer ordentlich gewaschen hat. Es plattert und ballert fast 15 Minuten in einer Tour auf die bunten Läufer herab und die Straße wird zum Flußdelta. Schiedwetter sagt man hier dazu. Alles im Startgeld enthalten. "Jammer nicht Junge, lauf!", sage ich mir und laufe.

 

 

Einen großen Dank möchte ich unseren persönlichen Anfeuerern aussprechen. Papi, Moritz, Frauke und Sven...ich sehe sie zwar immer nur 5 Sekunden aber freue mich schon einen Kilometer vorher auf die vereinbarten Treffpunkte und über die bekannten Gesichter. Das hat mir besonders auf den letzten Kilometern immer wieder Kraft gegeben und den Marathon zu einem herrlichen Ereignis werden lassen. Alleine hätte es mir nur halb so viel Spaß gemacht. Vielen Dank ihr lieben. Nächstes Jahr gibt´s dann druck&dampf Fan-Shirts :)

 

Ahoi, euer Basti

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

vom Rookie zum Veteran an einem Tag

June 4, 2018

Auf schmalen Brettern durch den Schnee

January 29, 2018

1/8
Please reload

Search by Tags
Please reload

© 2018 by marve